Materialien

Es gibt wunderbare Bücher …


nicht wie die hochnäsigen Literaten-Mischungen, die von der Warte eines Thomas Mann und sonstiger Biederbürger auf die Bemühungen um Demokratie verurteilend hinabschauen, ohne zu verstehen, was in jenen Tage tatsächlich in tausenden von Herzen und Köpfen abgelaufen ist:

Es waren keine Träumer, sondern sie riskierten ihr Leben für eine neue Zeit, die von Adel, Besitzbürgern und Militarismus – und dann auch von den Sozialdemokraten verhindert wurde.

Kardinal Faulhaber hatte seinen höchsten irdischen Herrn, dessen geadelter Hofkaplan er war, entfliehend erlebt und war “wie mit einem Hammer vor den Kopf geschlagen”.

Seine hetzenden Hirtenbriefe, vor der ersten allgemeinen Wahl von allen Kanzeln im Land verlesen, redeten wie von “schlimmer als der Betlehemitische Kindermord” zum “Tag der unschuldigen Kindlein”, weil die Kinder ab 14 frei entscheiden können sollten, ob sie am Religionsunterricht teilnehmen wollen, nach dem kurz vorher die Pfarrer noch die gesamte Schulaufsicht gehabt hatten.


Hinweise (zu ergänzen, auch gern unten als Kommentar)Steckbriefe der Rüstungs-Streikenden

Steckbriefe,

Gegen Eisner, Kurt u. Genossen wegen Landesverrats. Ein Lesebuch über Münchner Revolutionärinnen und Revolutionäre im Januar 1918, edition av, 24,90 Euro


Buchvorstellung einer Neuerscheinung am 29.1.2018 im DGB-Haus München:

Günther Gerstenberg: Der kurze Traum vom Frieden
Günther Gerstenberg: Der kurze Traum vom Frieden

Günther Gerstenberg: Der kurze Traum vom Frieden.

Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Umsturzes in München 1918 mit einem Exkurs über die Gießener Jahre von Sarah Sonja Rabinowitz von Cornelia Naumann, edition AV, 24,90 Euro

am Montag, 29. Januar 19 Uhr im DGB-Haus Schwanthalerstraße 64, 80336 München mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt

Als das deutsche Kaiserreich im Sommer 1914 gegen Russland, Frankreich und England losschlug, waren auch Sozialdemokraten mit von der Partie.

Sie stellten das Wohl der Nation über die Solidarität mit den Arbeitern der anderen Völker. Erst waren es nur wenige, dann wurden es immer mehr, die das Gemetzel an den Fronten ablehnten und gegen den „Burgfrieden“ der SPD protestierten, unter ihnen Kurt Eisner und Sarah Sonja Lerch, geb. Rabinowitz.

Am 29. Januar 1918, vor genau Hundert Jahren, streikten auch in München Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter für Frieden und Volksherrschaft.

Ernst Lörcher im Jahr 1974: „Mein Vater hat politische Plakate im Fenster von seinem Mützenmacher-Laden im Lehel hängen gehabt. Das hat immer wieder Ärger gegeben. Mit einigen Nachbarn – und mit der Obrigkeit.

Wenn der Vater von Versammlungen gekommen ist, hat er öfter vom Eisner erzählt oder von den aktiven Jugendlichen aus der Ecke vom Felix Fechenbach, von der Betty Landauer und der Sonja Lerch …

Vor allem die Frauen haben ihn stark beeindruckt … Die Sonja Lerch hat die Revolution ja nicht mehr erlebt, sie ist noch davor in Stadelheim ziemlich mysteriös ums Leben gekommen.

Eingesperrt war sie dort, weil sie mit Eisner in Waffenfabriken gegangen ist und von Frau zu Frau erfolgreich zu Streiks aufgerufen hat. Sie war eine glühende Pazifistin und für meinen Vater eine begeisternde und überzeugende Rednerin. Die Betty Landauer war eher ruhig. Aber auch die konnte wohl scharf denken und fest diskutieren.

Einmal wollte mein Vater Flugblätter vor den Bayerischen Geschützwerken verteilen und ich durfte ausnahmsweise mit meinem neuen Radl mit, weil schulfrei war. Aber die Polizei war schon vor uns da.

Wir haben abgedreht und uns mit den anderen hinterm nächsten Eck getroffen. Weil es den Frauen und Männern da mit uns Kindern zu gefährlich war, wurde die Verteilung der Flugblätter auf den nächsten Tag verschoben.

Danach sind eine Handvoll Leute und der Vater mit dem Radl zu einem Willi gefahren und haben beratschlagt. Wir Kinder haben derweil im Hof Räuber und Schandi gespielt …“ Die Behörden konnten den Ausstand noch einmal „in ruhigere Bahnen lenken“. Sie zögerten das Ende nur hinaus. Im November 1918 brachen die Monarchien in Deutschland zusammen.

Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V. Ebenböckstr. 11, 81241 München Tel/Fax: 089/834 46 83 www.arbeiterarchiv.de

Brotmarken und Rote Fahnen, Christiane

Anwalt und Prof. Dr. Philipp Loewenfeld, Mit-Autor der ersten Republikanischen Verfassung Bayerns


Der Abend kommt so schnell

Der Abend kommt so schnell - Sonja Lerch - Münchens vergessene Revolutionärin
Der Abend kommt so schnell – Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin

Ein weiteres neues Buch zu Sarah Sonja Lerch von Cornelia Naumann hat Buchvorstellung im März in der Seidlvilla

Januar 1918. Ein Ende des Krieges ist nach vier quälenden Hungerjahren noch immer nicht ab­zusehen. Da taucht in München eine schwarz­haarige Frau auf wie aus dem Nichts.

Eine Woche lang mobilisiert sie an der Seite Kurt Eisners einen pazifistischen Aufstand: durch Generalstreik will sie den Krieg endlich beenden, den König verjagen und die Republik ausrufen. Eine Woche lang hält sie flammende Reden gegen den Krieg, ruft die Arbeiter der Rüstungsfabriken zum Streik, rennt von Versammlung zu Versam­mlung. Dann ist sie plötzlich verschwunden, hinter Neudecks Gefängnismauern: festgenommen wegen Landesverrat. weiter http://cornelia-naumann.de

Ein Vorgespräch auf www.lora924.de nach zu hören: 1 h

Gegensprechanlage Fritz Revolutionsgespraeche mit Cornelia Naumann und www.feldcafe.de 5vor12

in literaturkritik.de bisher:

Die Novemberrevolution als Betrugsgeschichte.
Joachim Käppners Darstellung des „Aufstands für die Freiheit“ im Jahr 1918 Von Franz Sz. Horváth Ausgabe 01-2018

Joachim Käppner: 1918 – Aufstand für die Freiheit. Die Revolution der Besonnenen.
Piper Verlag, München 2017. 528 Seiten, 28,00 EUR. ISBN-13: 9783492057332 Weitere Rezensionen und Informationen zum Buch

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Author: gestalt-mentor, supervisor

gruppen, menschen und projekte anregen, begleiten und weiter entwickeln agenda 21 bis transition town und klimabeirat supervisor für arbeitsgruppen und projekte, kampagnen und geschichtsarbeit

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